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Montag, 23. Dezember 2013

Höhlen, Höhlen, Höhlen

Um 9 gehts ganz unschuldig mit dem Mofa los und schon eine Stunde später bin ich heute völlig am Limit. Aber - wie immer - alles schön der Reihe nach.

Phu Thong Cave

Erst mal gehts über die Namsong Brücke, das heisst nachdem ich 10000 Kip / 1 Euro für mich und mein Mofa (hin und retour) bezahlt habe. Am anderen Ufer gibt es dann nur mehr Schotterstrasse mit teilweise sehr grossen Steinen/Schlaglöchern was das Fahren sehr anspruchsvoll gestaltet.

Ich fahre an allen Schildern, die diverse Höhlen bewerben vorbei, da ich zuerst die am weitesten entfernte (und bekannteste/interessanteste) Höhle sehen möchte und je nach Zeit dann die anderen am Rückweg machen möchte. Ich muss halt beim Hinfahren schon ein wenig aufpassen wo die Abzweigungen sind, da die Schilder nur aus der Stadt kommend zu sehen sind.


Dabei passiert mir allerdings ein Fehler, denn ich biege bei diesem Schild rechts ab. Die Höhle ist auf dem rechten Schild zwar ein wenig anders geschrieben, aber es wird auch eine Lagune beworben und die von mir gesuchte Höhle heisst unter anderen "die blaue Lagune". Dann muss es das ja sein, oder? Um ganz sicher zu gehen, fahre ich trotzdem zuerst links und als sich der Weg einige Zeit später in einem Ort gabelt verfolge ich auch diesen ein paar Kilometer weit nach links weiter. Da nichts Interessantes mehr kommt, wird es schon passen, also zurück auf den "richtigen" Weg. 

Schon vorne auf der Kreuzung ruft mir ein offensichtlich geistig beeinträchtigter Laote (oh Gott, wie formuliere ich das politisch korrekt) irgendwas zu (wie sich später rausstellt, kann er eh nicht sprechen, sondern nur Laute von sich geben) und begleitet mich auf meinem Weg zur Höhle.

Das ist der Knaller: Der junge Mann ist mein Guide (bzw. möchte er das gerne sein), zeigt mir, wo ich mein Mofa parken kann und wo es zum Höhleneingang rauf geht. Bevor es rein geht, zeigt er mir noch seine Schürfwunden an Armen und Beinen und erklärt mir mit Händen und Füssen, dass er schon ein paar mal abgestürzt ist und geglaubt hat, dass er in der Höhle sterben muss. Super Info kurz vorm Hineingehen. Genau was ich brauche. Insbesondere von meinem Guide mit dem ich da allein rein gehe.


Die Höhle ist dunkel, warm und dampfig, der Boden rutschig und der Weg stellenweise so eng, dass es für mich nur auf allen Vieren weiter geht. Schon nach einem relativ kurzen Abschnitt geht der Weg einem Abhang entlang. Das Licht meiner Taschenlampe reicht nicht aus, um den Boden des Abhangs zu beleuchten, sind also mal mindestens 30 Meter. Bei jedem Schritt am Weg besteht die Möglichkeit, runter zu rutschen/fallen, was mein Guide ja eingangs schon eindrücklich dargelegt hat. Er erklärt mir an dieser Stelle, dass wir da einmal rundherum müssen, um uns zum Boden (oder halt weiter runter) vor zu arbeiten. Sorry, auch hier kommt leider keine spannende Geschichte mehr, denn ich bin jetzt schon schweissgebadet und habe einen Puls jenseits der gesunden Werte. Leichte Anfälle von Klaustrophobie gepaart mit massiver Höhenangst (die mir ja an mir schon länger bekannt ist) sind keine guten Wegbegleiter. Es geht also - sehr zur Belustigung meines Guides - wieder raus aus der Höhle.



Draussen angekommen gebe mich (mehr aus der Freude es überlebt zu haben) meinem Guide 20000 Kip / 2 Euro und geniesse erst mal die weite des Landes rundherum bzw. die Lagune ein Stück weiter. Dabei beratschlage ich mit drei Italienern, die nach mir ungefähr das gleiche erlebt haben, ob es das jetzt wirklich war und wenn nicht, wo es/wir falsch gelaufen sind.


Die blaue Lagune?

Phu Kham Cave

Ich verabschiede mich von den Italienern und probiere die letzte offene Möglichkeit aus: Nochmal bei der ersten Gabelung links und im Dorf bei der zweiten dann rechts. Dort lassen ein Schild über der Strasse, Eintrittskarten-Verkaufsstand, Menschen- und Fahrzeug-Massen dann schon eher vermuten, dass es hier um die bekannteste aller Höhlen geht.

 

Die blaue Lagune ist auch im Original ziemlich klein, dafür hat das Wasser die beschriebene Farbe und es tummeln sich unzählige Fische (und ein paar Badegäste) darin.


Hier brauche ich mal wieder keinen Guide und kann einfach alleine in die sehr offene, weitläufige und grosse Höhle marschieren. Die erste Halle enthält einen kleinen Tempel und ist noch durch den grossen Eingang mit Tageslicht beleuchtet. Da hier auch einige andere Touristen herumstolpern, bin ich selten ganz alleine was das Erkunden viel angenehmer macht. Trotzdem schaffe ich es an einer Stelle sowohl meine Begleitung, als auch den Weg zu verlieren, irre eine Zeit lang umher und bin kurz vorm Umdrehen als ein einzelner Touri mit Guide daherkommt. Ich folge den beiden und sehe doch noch einige weitere Räume und besondere Flecken. Letztendlich sind wir einmal rundherum gegangen und kommen am Ende in der Eingangshalle auf der anderen Seite wieder an. Mit Hilfe des Guides wird auch mir der Weg schräg über eine abfallende Wand ersichtlich und 15 Minuten später bin ich wieder im Freien.

 


 

 

 

 


Das Tier ist ungefähr Handteller-gross und ich habe es circa 50 cm über mir an der Decke entdeckt. Der Guide meint, ich soll vorsichtig sein. Also keine Streicheleinheiten für Spider-Man ;-)
 

 

 
 
 

   
Am Ende der Tour angekommen...

... macht der Guide sogar ein Foto von mir...

...und ich eins von meiner Aussicht

Numborkeo Cave

Nach einer laotischen Nudelsuppe an der blauen Lagune geht es wieder zurück stadteinwärts und - jetzt wieder körperlich und nervlich gestärkt - zur nächsten Höhle. Ich bezahle 10000 Kip / 1 Euro Eintritt und 20000 Kip für den Guide (sicher ist sicher) und dann gehts auch schon los. Jede Höhle ist offensichtlich etwas anders, die Formationen sind diesmal noch organischer als in den letzten beiden. Diese Höhle ist im Vergleich recht kurz (bzw. dreht der Guide recht bald wieder um) und so dauert die Tour nicht all zu lange.

Der Badebereich vor der Höhle wirkt nicht soooo 100%ig einladend, vermutlich auch wegen den Wassertemperaturen

 

 

Pha Kham Cave

Schon wieder fast zurück in Vang Vieng mache ich den letzten Abstecher zu zwei Höhlen. Am schon recht engen Feldweg schieben mir drei Frauen ihre Fahrräder entgegen und meinen, dass der Weg links nach der Gabelung ein paar Minuten vor mir recht schnell eng und unwegsam wird. Darum lasse ich die Peung Kham Höhle (die in diese Richtung sein sollte) aus, halte mich rechts und komme wenig später bei der Pha Kham Höhle an. Ich bezahle bei einem Typen, der mitten im Nirgends den ganzen Tag allein auf seinem Motorrad auf Leute wartet die 10000 Kip / 1 Euro Eintritt und stapfe über Reisfelder auf einem spärlich markierten Weg zur Höhle.
 

 
 
Am Fusse des Berges angekommen gehts erst mal über, mit toten Blättern und Geäst bedeckte, vom Wasser löchrig ausgespülte und ziemlich scharfe Felsen nach oben. Die eine oder andere Bambus-Leiter ist wenig vertrauenerweckend.

 

Oben angekommen werfe ich einen kurzen Blick in die Höhle: Diese erinnert mich stark an meine erste Erfahrung des Tages und ich hab davon schon wieder einen 200er-Puls. Ich belasse es also dabei und mache mich wieder an den Abstieg.
Sie haben Humor, die Asiaten: Nach diesem Aufstieg und vor einem ziemlich offensichtlich kleinen Eingang dieses Warnschild hinzustellen


Da bei dieser Höhle sowohl Bademöglichkeiten in als auch ausserhalb der Höhle beworben werden, schaue ich mir diese auch noch an. Dazu führt unten ein weiterer (beschilderter) Weg ein wenig dem Berg entlang zu einer "Badestelle", die ich für wenig attraktiv erachte.

Das Dunkle in der Bildmitte ist Wasser, da könnte Mensch baden, sofern er/sie das möchte
Ich mache mich also (ungebadet) auf den Rückweg, überlege mir noch, ob ich die letzte Höhle am Rückweg noch besuchen soll und bekomme ein klares Zeichen: Ich rutsche bei der letzten Leiter aus und falle 1,5 Meter runter. Bis auf den Schreck passiert mir nichts, trotzdem ist mir klar, dass ich mittlerweile sowohl unkonzentriert als auch körperlich schon ziemlich ermüdet bin, was allein, in einer Höhle nicht die beste Kombination ist. Daher beschliesse ich direkt zurück in die Stadt zu fahren.

Die oberste Sprosse dieser Leiter hat mich am Rückweg tatsächlich abgeworfen
 
Blick auf meine Bungalow-Anlage (hinten links)
Weil es heute wirklich gut passt (und auch schon notwendig wird) leiste ich mir heute eine "klassische laotische Massage mit Öl" (für 40000 Kip / 4 Euro die Stunde). Irgendwie hat das ganze schon was von einer Massage, lässt sich aber auch als Vorbereitung zur Sex-Massage interpretieren. Wie ich jetzt (da ich diesen Artikel schreibe und schon anderes erlebt habe) weiss, gibt es auch eine "wirkliche" laotische Massage, die der thailändischen ähnlich (also Druckmassage kombiniert mit Dehnung), aber doch anders ist. Same, same, but different eben.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Höhlen-Erkundungstour in Vang Vieng

Es wird wieder mal spannend heute. Wie spannend ist mir am Anfang des Tages noch gar nicht bewusst.

Mofa-Ausritt am Morgen

Heute starte ich mal ohne Frühstück los, leihe mir ein Mofa für 30000 Kip / 3 Euro. Das ist der Tagestarif wo ich es spätestens um 20:00 zurück gebracht haben muss. Interessanterweise kann ich es am nächsten Tag aber um 8:00 wieder ausleihen. Kostet die Hälfte als wenn ich es über Nacht vor der Tür stehen habe.

Das die Vorderbremse nicht die beste ist merke ich schon am Weg zur Tankstelle. Das Mofa wird laut Vertrag leer angemietet und jeder ist selber verantwortlich für den Füllstand im Tank. Damit hab ich schon mal eine Aufgabe und merke erst ein paar Kilometer später, dass der Tacho auch im Eimer ist. Das hilft mir mit der handgezeichneten Karte der Umgebung, die ich vom Verleih bekommen habe, nicht gerade weiter, da dort nur Richtungen mit Kilometerangaben drauf sind. Ich fahre also gleich mal ein paar Kilometer am eigentlichen Ziel vorbei.

Dafür sehe ich wieder mal eine echt schöne Landschaft und auf einer Brücke ein paar Einheimische beim Fische füttern.

Die Höhlen

Da es nur mit Pulli dann doch noch etwas frisch ist, beschliesse ich an dieser Stelle wieder umzukehren und finde am Rückweg tatsächlich die richtige Abzweigung.

Tham Nam

Ich bezahle 5000 Kip für den Parkplatz und nochmal 5000 für die 30 Meter Bambusbrücke um zu den Höhlen zu kommen. Beim Fussmarsch zu den Höhlen lausche ich den Gesprächen einer Touri-Gruppe, gehe mit denen mit und damit gleich mal an der ersten "Höhle" vorbei: Dazu später mehr.



Ich lande jedenfalls nach 5 Minuten bei einer Höhle, die sich nur per Tubing (also auf einem Reifen sitzend im Wasser schwimmend) erkunden lässt (drum heisst das Ding im Volksmund - wie sich natürlich immer erst später rausstellt - Water Cave, wäre ein Hinweis gewesen). Dafür ist mir das (zwar sonnige aber trotzdem noch ziemlich kühle) Wetter einfach mal zu kalt also schaue ich weiter. Natürlich erst mal in eine völlig falsche Richtung und damit mal wieder etwas weg vom ausgetretenen Touristen-Strom und zwischen Feldern und Bewässerungs-Bächen in die Natur.

Tham Loup

Irgendwann kapier ich dann, wo ich falsch gegangen bin und finde doch noch auf den rechten Weg zurück (hehe). Ich steuere recht zielsicher auf die erste Höhle zu, werde aber vorher noch recht geschickt abgefangen und um 10000 Kip / 1 Euro Eintritt erleichtert.

Nach ein paar Metern bergauf finde ich den Eingang zur Tham Loup, die hier schon recht warm und dunstig wirkt. Drinnen ist es stockdunkel (ich hab aber eine Stirn- und eine Taschenlampe mit) und durch den Dunst ist die Sicht nochmal schlechter. Die Höhle ganz allein zu erkunden ist schon etwas unheimlich. Vor allem auch, da ich zuerst herumleuchten muss um zu erkennen wo es überhaupt hin geht, dann am Boden leuchte, damit ich sehe wo ich hin steige (und nicht in irgendein Loch falle) und das alle 10 Meter abwechsle, weil ich nicht weiter sehe. (Stichwort: Fernlicht bei Nebel)

Eine gefühlte Ewigkeit später kommen ein paar chinesische Touris in die Höhle und damit wird es um einiges leichter sich zu orientieren. Mehr Licht, mehr Anhaltspunkte und die vorher dröhnende Stille der Höhle um mich jetzt von den Gesprächen der Asiaten unterbrochen. So tasten wir uns gemeinsam über Felsen und durch kleine Löcher durch die Höhle bis zum Ende ein paar hundert Meter im Berg. Es ist schon faszinierend, was die Natur für Formen zustande bringt. Leider kommt das Spiel aus Licht und Schatten (incl. der Farben) auf den Fotos nicht so gut zur Geltung. Drum selber mal rein schauen! ;-)













Durch diesen Spalt gehts weiter







Der Boden: Rutschiger Lehm umrandet von Steinstrukturen



Tham Hoi

Zurück am Tageslicht ist ein paar Meter weiter schon die nächste Höhle. Diese ist allerdings viel "einfacher": Im Prinzip ein 3-5 Meter breiter Tunnel in den Berg hinein, der von Touristenscharen in beide Richtungen frequentiert wird. Etwas unfreiwillig habe ich in dieser Höhle (wo es eigentlich nicht mehr notwendig wäre) einen Guide bekommen: Der Typ läuft einfach vor mir her und weist mich auf den besten Weg, Wasserpfützen, oder gefährliche Stellen hin. Nach ungefähr einem Kilometer steht Wasser in der Höhle und wir müssten knietief weiter waten. Nach Aussage meines Guides geht es noch zwei Kilometer weiter, wobei das Wasser immer tiefer wird und am Ende bis zum Hals reicht. Sorry, jetzt kommt keine spannende Geschichte mehr, denn für mich ist das der Punkt wo ich umkehre.

Der selbsternannte Guide verlangt am Ausgang 30000 Kip was auch ungefähr dem entspricht, was ich mir vorher an Trinkgeld für ihn überlegt habe. Er zeigt mir den Weg zurück und verabschiedet sich noch freundlich. Alle glücklich.









Tham Xang Xayyalam

Am Rückweg, gleich neben der Brücke über die ich gekommen bin, finde ich nun doch die Tham Sang oder Elephant Cave die nach einer Steinformation im Inneren benannt ist und nicht viel mehr als ein kleiner Tempel ist.



Diesem Stein verdankt die Höhle seinen Namen

Mittag-/Abend-Essen

Ich halte mich also nicht mehr lange dort auf, fahre zurück in die Stadt wo ich mir in einem Restaurant in der Nähe vom Krankenhaus Falaffel zu Mittag genehmige.

Ich treffe auch Esther, meine - bis vor kurzem - Reisebegleitung, die jetzt mit ihrer Bekannten Tina unterwegs ist und wir tauschen ein paar Infos über Vang Vieng und den Plan für Weihnachten aus. Später treffe ich sie beim Abendessen und die beiden geben ein paar Reiseerfahrungen zum Besten. Bei deren Wahrnehmung wundert es mich stellenweise warum sie überhaupt noch reisen, Worte wie "schrecklich", "furchtbar" und "geht gar nicht" fallen des öfteren. Unterschiedliche Wahrnehmung halt. Mir wird schmerzlich an mir selbst bewusst, was so eine negative Einstellung mit mir macht. Das gibt mir schon sehr zu Denken, da ich das auch von mir selbst nur zu gut kenne.

Kaeng Nyui Wasserfall

Nach dem Mittagessen habe ich noch ein wenig Zeit, aber keine Lust mehr auf Höhlen. Genug Beklemmung für einen Tag. Darum kommt mir der Karte markierte Wasserfall grade recht.

Leider ist dieser die sechs Kilometer Fahrt über eine Piste mit zum Teil faustgrossen Steinen und die 10000 Kip Eintritt nicht wirklich Wert. Der Wasserfall ist nicht viel mehr als eine Steilwand wo ein kleines Rinnsal heruntertröpfelt. Wieder mal ist die umliegende Landschaft bzw. Natur im Gesamten viel "mehr wert" als das Highlight im Touristenführer.

Zwei verschiedene Entfernungsangaben sind besser als unterschiedliche Richtungen

Es geht mal wieder über eine Brücke...

...im üblichen Zustand...

...zum Kenlon Wasserfall...

...und dann zum Kaeng Nyui "Wasserfall"

Die Landschaft am Rückweg
Das Abendessen hab ich ja vorher schon erwähnt. Die Mädels verabschieden sich auch bald, da sie am nächsten Tag den Bus nach Vientiane erwischen wollen und auch ich werde gegen 22:00 aus dem Lokal "geschmissen".